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Um der Zunahme von Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit aktiv entgegenzuwirken, lud Arbeit und Bildung e.V. zu einem Fachtag in die Waggonhalle ein. Unter dem Titel „Bildungsauftrag Demokratieförderung: verstehen – befähigen – verantworten“ waren rund 50 Personen aus Lehre und Bildung zusammengekommen, um gemeinsam mit prominenten Rednern*innen Lösungen für die drängenden Aufgaben und Anforderungen an die Bildungsarbeit zu finden. Arbeit und Bildung e.V. will zur Rechtsextremismusbekämpfung einen klaren Beitrag leisten.



Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der den Fachtag eröffnete, ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema besonders nötig.

Kordula Weber, Geschäftsführerin von Arbeit und Bildung e.V., betonte mit Blick auf eigene biographische Erfahrungen, dass vor allem Erziehung und Bildung eine zentrale Rolle dabei spielt, Rechtsextremismus zu verhindern. „Angesichts aller aktuellen Herausforderungen dieser Zeit, braucht es ein Selbstverständnis, das die politische Bildung ins Zentrum rückt und als Grundlage jeglichen pädagogischen Handelns begreift“, so die Chefin des Bildungsträgers. Wie das gelingen kann, haben Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Universitäten Frankfurt und Marburg, der Marburger Polizei und des Demokratiezentrums Hessen aus ihrer Sicht verdeutlicht und zur Diskussion gestellt.

Lennart Biskup, studierter Politikwissenschaftler bei der Polizei Mittelhessen, Abteilung Prävention politisch motivierter Kriminalität, gab Einblicke in die geänderten Anforderungen an die Sicherheit in den letzten Jahren. Extremismus sei vielschichtiger und diffuser geworden und sei mit Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern, Esoterikern und Populisten in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Neben grundsätzlichen Herausforderungen, stellte Professor Dr. Benno Hafeneger das wiederkehrende Muster dar, wie die AfD versucht, Institutionen und Personen der Sozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe zu stören, zu diffamieren und einzuschüchtern. Das Erkennen des Musters helfe angemessene Strategien gegen diese Versuche zu entwickeln.

Sozialpsychologe Professor Dr. Ulrich Wagner verdeutlicht die psychologischen Mechanismen, die Rechtsextremismus begünstigen. Für Lehrende kann das bedeuten, dass sie den Kindern und Jugendlichen diese Mechanismen beibringen sollten, damit sie Tendenzen des Extremismus erkennen.

Nora Zado vom in Marburg angesiedelten Demokratiezentrum Hessen rief dazu auf, schon in der Früherziehung auf Demokratie und Kinderrechte hinzuarbeiten. Kinder zur Mitbestimmung zu motivieren, könne eine wesentliche Grundlage für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft sein. Für Maria Schneider und Philipp Klingler von der Uni Marburg ist es wichtig, dass Lehrende Haltung zeigen. Dabei muss unterschieden werden zwischen den Menschen und den geäußerten politischen Positionen. Sollen Kinder und Jugendliche dazu ermutigt werden, ihr eigenes Denken und die eigene Weltanschauung zu hinterfragen, müssen sie als Person akzeptiert werden.

Der Fachtag hat deutlich gemacht, dass die Bekämpfung rechtsextremistischer Einstellungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass insbesondere die Pädagogik eine besondere Verantwortung hat. Diese Verantwortung ernst zu nehmen, bedeutet Demokratieförderung als Bildungsauftrag anzunehmen. Arbeit und Bildung e.V. will sich für diesen Bildungsauftrag stark machen. Felix Klinger, Abteilungsleiter und Moderator des Fachtages, erklärt: „Die vor zwei Jahren geschaffene Abteilung für politischen Bildung hat bereits Workshops und Trainings für Lehrende angeboten und wird dies weiter tun. Es sollen Angebote für die Stadtteilarbeit aufgebaut werden, um Menschen darin zu befähigen und zu motivieren, sich vor Ort zu engagieren. Auch ein Vorhaben zur Sichtbarmachung der Menschenrechte ist in Planung“, so Klinger.

Kontakt:

Felix Klinger

Tel: 06421/9636-49