Projektinhalt
Ziel des Projekts ist es, Teilnehmenden in verschiedenen Basismaßnahmen von Arbeit und Bildung e.V. eine gezielte, berufsqualifizierende Deutschförderung anzubieten. Diese zusätzliche Sprachförderung soll die Integration in Ausbildung und Arbeit verbessern und gezielt unterstützen.
BQS+ ist ein ergänzender Bestandteil innerhalb der jeweiligen Maßnahme. Das Kernelement der berufsqualifizierenden Sprachförderung ist die konzeptionelle und didaktische Verknüpfung von fachlichen Inhalten der Basismaßnahme mit Aspekten des Spracherwerbs. Arbeit und Bildung e.V. bietet BQS+ in mehreren Basisqualifizierungsmaßnahmen an.
BQS+: Ergebnis- und Erfolgsberichte ⤸
- BQS+ in „QualiSprache BWB Stadtallendorf“
Arbeit und Bildung e. V. führt seit vielen Jahren eine „Berufliche Weiterbildung (BWB) für Grundlagen im gewerblich-technischen Bereich“ für die Zielgruppe Menschen mit Migrationshintergrund durch. Schulungsort ist die Industriestadt Stadtallendorf.
Die sechsmonatige berufliche Weiterbildung beinhaltet die Vermittlung von Grundwissen über verschiedene Berufsfelder und verknüpft dies mit einer beruflichen Orientierung sowie die Vermittlung über Systemwissen im Arbeitsmarkt zur Unterstützung des Bewerbungsprozesses der Teilnehmer*innen.Die Teilnehmer*innen der Maßnahmen haben in der Regel in Helferberufen in der Industrie, im Handwerk oder im Reinigungsgewerbe gearbeitet. Sie verfügen im Durchschnitt über geringe formelle berufliche Qualifikationen. Schulische bzw. kursförmige Lernsituationen sind ungewohnt. Sie können sich in der deutschen Sprache in den Grundlagen des Alltags und Berufs ausdrücken. Bei formellen Vorgängen, Kontakt mit Behörden, Interpretation von Stellenausschreibungen, adäquate Formulierungen für Bewerbungen sowie der beruflichen Fachsprache über bisherige Erfahrungen hinaus bestehen jedoch in der Regel größere Schwierigkeiten. Dies stellt eine starke Barriere für den Zugang zum Arbeitsmarkt dar.
Der Migrationshintergrund der Teilnehmer*innen ergibt sich durch Zuwanderung aus Ländern Osteuropas, des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens. Selten sind die Teilnehmer*innen in Deutschland geboren, die Anwesenheit in Deutschland beträgt zwischen 5 und 50 Jahre. Viele Teilnehmer*innen leben in Communities, in denen die Sprache der Herkunftsländer gesprochen wird.
„QualiSprache“ setzt auf diese BWBs auf und verbindet die Verbesserung der Kompetenz der deutschen Sprache für die Teilnehmer*innen mit der Erhöhung der fachsprachlichen Kompetenzen. Damit ist für die Teilnehmer*innen ein unmittelbarer Anwendungsbezug hergestellt, was zur Verbesserung der Motivation beiträgt bei den Teilnehmer*innen beiträgt. Die Szenariendidaktik hat sich dabei als adäquate Methode erwiesen, die zur Verknüpfung von Sprachniveau und Fachsprache auch didaktisch gut umzusetzen, und dabei die Kenntnisse und das Lernvermögen der Teilnehmer*innen zu berücksichtigen.Für die Weiterentwicklung des pädagogischen Teams der Maßnahme wiederum war das Teamteaching erfolgreich, weil hier Inhalte und Methoden der Verbesserung von Sprachkompetenzen mit den fachlichen Aufgaben der BWB verbunden werden konnte, so dass sich im Team eine Verbesserung methodischer Kompetenzen ergeben hat.
„QualiSprache BWB Stadtallendorf“ wurde vom 01.11.2024 bis zum 31.10.2025 durchgeführt. Es haben im Verlauf insgesamt 28 Personen teilgenommen. Vorzeitige Abbrüche gab es nur, wenn den Teilnehmer*innen eine Arbeitsaufnahme während der Kursteilnahme gelang - 2/3 der Teilnehmer*innen haben mindestens die Hälfte des Kursprogramms absolviert. Bei allen Teilnehmer*innen hat sich eine Verbesserung der Sprachkompetenz und damit verbunden eine Selbststärkung ergeben. Als Add-On einer Maßnahme zur beruflichen Weiterbildung und der Integration in den Arbeitsmarkt ist Quali Sprache BWB ein wichtiger Baustein zur Qualitätsverbesserung geworden.
- Ergebnis- und Erfolgsbericht BQS+ QualiSpracheAGH
Im Zeitraum vom 01.07.2024 bis zum 31.12.2025 wurde das berufsqualifizierende Sprachförderungsprojekt QualiSpracheAGH für langzeitarbeitslose Erwachsene in unserer Marburger Bootswerft durchgeführt. An dem Projekt nahmen 18 Personen teil, davon 17 Teilnehmende ohne deutsche Muttersprache.
Bei der Basismaßnahme handelt es sich um Arbeitsgelegenheit im handwerklichen Bereich, mit dem Schwerpunkt Holzverarbeitung, Bootssanierung und Textilwerkstatt. Zeil der begleitendenden Sprachförderung war es, die beruflichen und sprachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden praxisnah zu stärken und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Die Sprachförderung setzte sich aus regelmäßigem Sprachunterricht und Teamteaching zusammen. Dabei arbeitete die Sprachlehrkraft eng mit den Fachkräften der Arbeitsanleitung zusammen. Inhaltlich lag der Fokus auf handwerklichen Tätigkeiten, Sicherheitsvorschriften, arbeitsbezogener Kommunikation sowie auf sprachlichen Anforderungen im Rahmen der Arbeits- und Stellensuche.
Die Maßnahme verlief sehr erfolgreich. Die Teilnehmenden konnten sich gut in die Arbeitsabläufe integrieren, zeigten hohe Motivation und verbesserten ihre fachlichen sowie sprachlichen Kompetenzen deutlich. Besonders das Teamteaching erwies sich als wirkungsvoll, da Sprache unmittelbar im Arbeitsalltag angewendet und gefestigt werden konnte.
Insgesamt leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Orientierung, Qualifizierung und sprachlichen Weiterentwicklung der Teilnehmenden und stellte eine wertvolle Unterstützung auf dem Weg in weiterführende Beschäftigung dar.
- Berufsqualifizierende Sprachfördermaßnahme in der BvB-Reha
Im Rahmen der Basismaßnahme Berufsvorbereitender Bildungslehrgang für Rehabilitand*innen wurde im Zeitraum vom 01.10.2024 bis 30.09.2025 eine Berufsqualifizierende Sprachförderung (BQS+) erfolgreich durchgeführt. Insgesamt nahmen 23 Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren an dem Lehrgang teil.
Insbesondere die Verknüpfung von fachlichen und sprachlichen Lerninhalten war für die jungen Menschen sehr hilfreich. Praktische handwerkliche Tätigkeiten, die an einem Tag unter fachlicher Anleitung erlernt wurden, konnten am nächsten Tag im Rahmen des Sprachunterrichts vertieft werden. Fachbegriffe wurden dabei ebenso erlernt, wie die alltägliche Kommunikation im Arbeitsleben. Die Teilnehmenden nutzten die Sprachförderung intensiv, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, ihren Wortschatz zu erweitern und mehr Sicherheit in beruflichen Kommunikationssituationen zu gewinnen.
Die Maßnahme verlief insgesamt sehr erfolgreich. Die Jugendlichen konnten ihre sprachlichen Fähigkeiten deutlich ausbauen und ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz nachhaltig verbessern.
Dank einer weiteren Förderphase läuft das Projekt weiter, sodass im aktuellen Förderzeitraum weitere junge Menschen von diesem tollen Angebot profitieren.
- Ergebnis- und Erfolgsbericht BQS+ in NorA (Careful Integration)
Im Rahmen der Basismaßnahme NorA – Neuorientierung in Arbeit (Careful Integration) wurde vom 01.07.2024 bis 31.08.2025 eine berufsqualifizierende Sprachförderung (BQS+) durchgeführt. Es nahmen insgesamt 26 Personen teil.
Die Basismaßnahme richtete sich an alle Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die gerne im sozialen Bereich arbeiten möchten. Durch Praktika und Exkursionen konnte nicht nur ein guter Kontakt zu Betrieben und Einrichtungen und somit potentiellen Arbeitgebern und Ausbildungsstellen im Schwalm-Eder-Kreis aufgebaut werden. Ebenso konnte vorab im Unterricht Gelerntes direkt ausprobiert und praktisch angewendet werden. Genau hier setzte die berufsqualifizierende Sprachförderung an. Durch die Kombination aus Sprachförderunterricht und Teamteaching konnte der Kurs, der hauptsächlich aus Teilnehmenden mit Sprachniveau A2 bis B1 bestand, besonders gut gefördert werden. Sprache konnte fachpraktisch im geschützten Rahmen des Kurses erlernt und verbessert werden, was nicht nur zu einer allgemeinen Verbesserung der Sprachfähigkeit führte, sondern ebenso zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Hemmungen konnten abgebaut, Vokabular neu erlernt und Dialoge und als herausfordernd empfundene Situationen durch Rollenspiele geübt werden, wodurch Sicherheit im Umgang mit Sprache und herausfordernden Situationen erlangt werden konnte. Entsprechendes Wissen wurde in den praktischen Einheiten der Basismaßnahme angewendet. Durch diese Verzahnung von Theorie und Praxis und ein damit einhergehendes Verständnis für die berufspraktische Relevanz entsprechender Themen sowie der Abbau von Ängsten durch stetiges Üben und Reflektieren konnte neben einer Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit ebenso eine deutliche Steigerung der Motivation der Teilnehmenden festgestellt werden.
Neben den berufsspezifischen Themenschwerpunkten nahm auch die berufsbezogene Kommunikation einen gewissen Raum ein. Hierbei handelte es sich nicht um das Erlernen spezifischen Fachvokabulars, sondern um das situationsangemessene Sprechen mit dem Team und Vorgesetzten, sowie ggf. in der interdisziplinären Fallarbeit. Entsprechende Schlüsselqualifikationen konnten auf diese Weise erfolgreich weiter ausgebaut und gefestigt werden, was auch auf dieser Ebene das Selbstbewusstsein und -vertrauen der Teilnehmenden stärkte. Der Erfolg dieses Ansatzes zeigte sich dabei nicht nur im Kursraum, sondern ebenso in den Rückmeldungen der Praktikumsbetriebe sowie bei Vorstellungsgesprächen.
Durch BQS+ konnten die Teilnehmenden auf individueller sprachlicher Ebene unterstützt werden, was zu entsprechenden Vermittlungserfolgen beitrug. Durch die Verzahnung von Theorie und Praxis u.a. im Rahmen von Teamteaching profitierten die Teilnehmenden besonders, was zu mehr Motivation und Freude am Lernen beitrug. Die Teilnehmenden konnten nicht nur ihre sprachlichen Fähigkeiten, sondern ebenso ihr Selbstvertrauen und ihre Vermittlungschancen nachhaltig verbessern.
Zielgruppen
Die Zielgruppe sind arbeitslose Personen, die an ausgewählten Lehrgängen von Arbeit und Bildung e.V. teilnehmen und einen Bedarf an berufsbezogener Deutschförderung haben.
Teilnahmevoraussetzungen
Teilnehmen können Personen, die bereits in ausgewählten Lehrgängen von Arbeit und Bildung e.V. eingebunden sind und einen zusätzlichen Bedarf an berufsqualifizierender Sprachförderung haben.
Eine Teilnahme ausschließlich an BQS+ ist nicht möglich – das Angebot ist fest in die jeweilige Maßnahme integriert.
Förderung